Städte wie Berlin oder Hamburg haben in den letzten Jahren eine zunehmende Präsenz von Glücksspielangeboten entdeckt – nicht nur als Touristenattraktion, sondern auch als wirtschaftlicher Faktor. Doch während einige Kommunen gezielt Spielhallen und Online-Casinos fördern, gibt es auch strenge Kontrollen, die den Zugang und die Ausgestaltung stark einschränken. Besonders im Fokus steht dabei das Phänomen der „City22“-Modelle, die in einigen Großstädten als neue Spielform für Glücksspielinteressierte etabliert wurden. Das Beispiel zeigt, wie sich die Balance zwischen Unterhaltung, Sozialverträglichkeit und wirtschaftlicher Nutzung verschiebt – und welche Risiken damit verbunden sind.
Historischer Hintergrund: Vom Spielhaus zur digitalen Revolution
Die Wurzeln des Glücksspiels in deutschen Städten reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Spielhallen wie das „Spielhaus“ in Berlin oder das „Casino“ in Hamburg als exklusive Freizeitangebote für Adlige und wohlhabende Bürger entstanden. Doch erst mit der Liberalisierung der 1990er-Jahre, als die Glücksspielsteuer reformiert und die Gründung von Spielhallen erleichtert wurde, begann sich das Bild zu ändern. Heute sind Glücksspielanbieter wie die link-Gruppe nicht nur auf klassische Spielhallen, sondern auch auf digitale Plattformen wie „City22“ spezialisiert, die als virtuelle Spielwelten mit Live-Casino-Optionen und Multiplayer-Spielen wirken.
Besonders attraktiv für Städte wie München oder Frankfurt ist die Möglichkeit, durch Glücksspiel eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren. Laut dem Bundesverband Glücksspielsport (BVG) generierten allein die Spielhallen in Bayern im Jahr 2022 rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz – ein Wert, der sich durch die Pandemie zwar verringert hatte, aber in der Nacherholungsphase wieder deutlich steigt. Die Digitalisierung hat dabei nicht nur die Reichweite erweitert, sondern auch neue Zielgruppen erschlossen, darunter junge Erwachsene, die über Smartphones und Tablets spielen.
Die „City22“-Modell: Wie virtuelle Spielwelten Städte prägen
Das Konzept der „City22“-Plattformen basiert auf einer Mischung aus Live-Casino, Poker- und Sportwetten-Angeboten, die in einer fiktiven Stadt mit eigenen Regeln und Belohnungssystemen verortet sind. Anbieter wie CapitolBetCasino nutzen dabei hochauflösende Grafiken und interaktive Elemente, um das Spielerlebnis zu intensivieren – ähnlich wie in Online-Sportwettenportalen, die durch virtuelle Stadien und Events punkten. Doch während klassische Spielhallen oft als sozial unproblematisch gelten, wirft die Digitalisierung neue Fragen auf: Wie hoch sind die Suchtgefahren bei einer Plattform, die über 24 Stunden zugänglich ist? Und wie lassen sich die Einnahmen mit den Risiken für die Gesellschaft vereinbaren?
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass Städte wie Köln oder Hamburg bereits erste Erfahrungen mit „City22“-ähnlichen Konzepten gesammelt haben. Dort wurden Spielhallen in der Nähe von Touristenattraktionen wie dem Kölner Dom oder dem Hamburger Hafen platziert, um den Besuchern zusätzliche Unterhaltung anzubieten. Allerdings gibt es auch Kritik, dass solche Modelle oft zu einer Konzentration des Glücksspiels in bestimmten Stadtteilen führen, was soziale Ungleichheiten verstärken kann. Studien des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Finanzen (DIFÖ) zeigen, dass Glücksspielabhängigkeit in Stadtteilen mit hoher Spielhallen-Dichte um bis zu 30 Prozent häufiger auftritt als im Durchschnitt.
Regulatorische Herausforderungen: Zwischen Freiheit und Kontrolle
Die Regulierung von Glücksspiel in Deutschland ist komplex und wird von verschiedenen Akteuren beeinflusst: dem Bundeskabinett, den Landesbehörden und den Städten selbst. Während der Bund Spielhallen seit 2011 durch die Glücksspielordnung streng kontrolliert, haben die Länder die Möglichkeit, eigene Regeln zu erlassen – etwa in Bezug auf Spielzeiten, Werbung oder die Anzahl der Spielhallen pro Gemeinde. Besonders umstritten ist dabei die Frage, ob digitale Plattformen wie „City22“ unter die bestehende Regelung fallen oder als neue Spielform klassifiziert werden müssen.
Ein zentrales Problem ist die Transparenz: Viele Anbieter nutzen komplexe Algorithmen, um Spieler:innen gezielt anzusprechen – etwa durch personalisierte Werbung oder Bonusaktionen, die zu einem erhöhten Konsum führen können. Laut einer Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung (IMK) sind Online-Casinos besonders problematisch, da sie es Spielern ermöglichen, von zu Hause aus zu spielen und so die Kontrolle über das Spielverhalten zu verlieren. Die Stadt Hamburg hat daher bereits 2022 beschlossen, Online-Spielhallen zu verbieten, während Berlin eine strengere Aufsicht für digitale Plattformen einführen will.
- Im Jahr 2022 generierten Spielhallen in Deutschland einen Umsatz von über 2,1 Milliarden Euro (Quelle: BVG).
- Die Suchtgefahr bei Online-Casinos ist laut IMK bis zu 40 Prozent höher als bei klassischen Spielhallen.
- Städte wie Köln und München investieren jährlich bis zu 500.000 Euro in Präventionskampagnen gegen Glücksspielsucht.
- Die „City22“-Plattform von CapitolBetCasino bietet über 2.000 verschiedene Spiele an, darunter Live-Texas-Hold’em und Sportwetten.
- Laut einer Studie des DIFÖ leiden bis zu 15 Prozent der Glücksspielabhängigen in Deutschland unter sozialen Folgeproblemen wie Arbeitsplatzverlust.
Während die „City22“-Modelle also eine neue Ära des Glücksspiels in deutschen Städten einläuten könnten, bleibt die Frage offen, wie Städte und Regierungen damit umgehen sollen. Einerseits bieten sie wirtschaftliche Chancen, andererseits bergen sie Risiken für die öffentliche Gesundheit und die soziale Stabilität. Die Zukunft wird zeigen, ob die Balance zwischen Unterhaltung und Verantwortung gelingen kann – oder ob neue Regeln dringend nötig sind, um die Risiken zu minimieren.





