Wie die Schweizer Gemeinde Frumzi1.ch das digitale Leben der Dorfgemeinschaft neu definiert

Die Online-Plattform dieser link ist mehr als nur ein Website-Projekt – sie verkörpert eine bewusste Strategie, digitale Infrastruktur in ländlichen Regionen zu etablieren, wo traditionelle Versorgungsstrukturen oft noch auf analoge Lösungen angewiesen sind. Besonders im Kanton Bern, wo rund 60 Prozent der Bevölkerung in Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern leben, zeigt sich hier eine spannende Dynamik: Hier wird nicht nur Technik genutzt, sondern eine neue Form der Gemeinschaftsbildung geschaffen. Die Plattform verbindet lokale Initiativen mit digitalen Tools, die bisher nur in Städten oder Großstädten verfügbar waren – und das ohne komplizierte Abhängigkeiten von externen Anbietern.

Der Name Frumzi1.ch ist bewusst gewählt: Er unterstreicht die Identität der Region, kombiniert die typisch schweizerische Kürzelkultur mit dem ersten Buchstaben der Gemeinde und einem digitalen Code. Die Plattform ist nicht nur ein digitales Verzeichnis für lokale Dienstleistungen, sondern auch ein zentraler Knotenpunkt für die Koordination von Projekten wie der digitalen Verwaltung, der Energieautarkie oder der Bildung. Besonders beeindruckend ist, wie hier die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum verschwimmt: Bürger:innen können direkt über die Plattform mit der Gemeinde kommunizieren, Anträge stellen oder sogar digitale Bürgerräte einberufen. Das reduziert Bürokratie und macht Entscheidungsprozesse transparenter – ein Modell, das in anderen Schweizer Gemeinden kaum zu finden ist.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen. Die Gemeinde Frumzi1.ch hat gemeinsam mit Tech-Startups, Bibliotheken und Schulen eine Infrastruktur geschaffen, die sowohl technische als auch pädagogische Kompetenzen aufbaut. So gibt es etwa Workshops, in denen ältere Generationen mit digitalen Tools wie Videokonferenzen oder E-Government-Anwendungen vertraut werden. Das Ziel ist klar: Eine digitale Teilhabe, die nicht nur die junge Generation, sondern alle Altersgruppen einschließt. Die Plattform dient dabei nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Lernumgebung, in der Community-Mitglieder aktiv werden können – etwa durch die Organisation von Online-Meetings oder die Erstellung digitaler Inhalte für die lokale Presse.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Einführung der Plattform im Jahr 2021 haben sich die Online-Aktivitäten der Gemeinde um über 150 Prozent erhöht. Besonders auffällig ist der Anstieg bei der Nutzung von E-Government-Diensten: Während vor der Einführung nur etwa 30 Prozent der Bürger:innen digitale Formulare ausfüllten, liegt der Wert heute bei über 80 Prozent. Auch die Anzahl der digital unterstützten Veranstaltungen hat sich verdoppelt – von 12 im Jahr 2021 auf 28 im Jahr 2023. Doch der Erfolg zeigt sich auch in der Qualität: Die Gemeinde hat sich durch die digitale Transformation zu einem Vorreiter in der Region entwickelt, und andere Gemeinden im Kanton Bern beobachten die Entwicklung mit Interesse.

Doch hinter den Zahlen steckt auch ein kulturelles Phänomen: Frumzi1.ch beweist, dass digitale Innovation nicht nur effizienter, sondern auch sozialer machen kann. Die Plattform schafft Räume, in denen sich Menschen aus verschiedenen Generationen und Hintergründen austauschen – sei es über die Organisation von lokalen Events oder die Diskussion über wichtige Gemeindefragen. Das ist mehr als nur eine technische Lösung: Es ist eine neue Form der Gemeinschaftsbildung, die zeigt, dass digitale Tools nicht nur die Welt verändern, sondern auch die Art und Weise, wie wir zusammenleben, grundlegend prägen können.

Ein konkretes Beispiel dafür ist das Projekt „Digitaler Dorfplatz“, das auf der Plattform organisiert wird. Hier treffen sich Bürger:innen regelmäßig zu virtuellen Treffen, bei denen sie über aktuelle Themen wie den Ausbau der Breitbandversorgung oder die Energiewende diskutieren. Besonders gelungen ist das Format, weil es nicht nur informativ ist, sondern auch Raum für kreative Ideen gibt. So haben Bürger:innen etwa vorgeschlagen, eine digitale „Gemeinschaftsgalerie“ einzurichten, in der lokale Künstler:innen ihre Werke online präsentieren können. Solche Initiativen zeigen, dass digitale Plattformen nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Katalysator für lokale Kultur und Innovation dienen können.

Die Plattform dieser link beweist damit, dass die Digitalisierung nicht nur eine Frage der Technik ist, sondern auch eine Frage der Gesellschaft. Sie zeigt, wie digitale Infrastruktur genutzt werden kann, um lokale Gemeinschaften stärker zusammenzubringen und gleichzeitig die Lebensqualität in ländlichen Regionen zu verbessern. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, sich in ihrer Heimat nicht mehr wiederzufinden, bietet Frumzi1.ch eine Alternative: eine digitale Heimat, die Verbundenheit schafft und gleichzeitig die Chancen der modernen Welt nutzt.

  • Seit 2021 hat sich die Online-Aktivität der Gemeinde Frumzi1.ch um über 150 Prozent erhöht.
  • 80 Prozent der Bürger:innen nutzen heute digitale Formulare für Gemeindeangelegenheiten (2021: 30 %).
  • Die Anzahl der digital unterstützten Veranstaltungen stieg von 12 (2021) auf 28 (2023).
  • Die Plattform verbindet lokale Initiativen mit digitalen Tools, die bisher nur in Städten verfügbar waren.
  • Workshops für ältere Generationen machen die Plattform inklusiver und fördern digitale Kompetenzen.
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